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Linux-Dateisystem



Wer bisher nur mit Windows gearbeitet hat, wird jetzt erstmal aus dem Leben geschossen werden. Unter Linux funzt einiges anders, als unter Windows. Bestes Beispiel: das Dateisystem. Unter Windows gibt es immer Laufwerksbuchstaben. Dies entfällt unter Linux komplett. Man stelle sich eine Festplatte vor, mit installiertem Windows. Alle Daten werden unter C:\Dokumente und Einstellungen\Benutzer\... abgespeichert. Was passiert nach einer Windows-Neuinstallation mit formatieren der Partition? Alles ist weg. Unter Linux ist das wesentlich komfortabler. So kann man hier festlegen, dass 10% Festplattenkapazität für die Systemdateien gedacht sind, der Rest für eigene Dateien. So kann man beruhigt sein System neu aufsetzen, ohne grössere Verluste erleiden zu müssen. Festplatten werden immer mit /dev/hdxy bezeichnet. Das "x" ist ein Buchstabe, welcher die Festplatte angibt, das "y" steht für die Partition. /dev/hdc4 wäre also 3. Festplatte, 4. Partition. Das Dateisystem ist auf den vorhin genannten 10% der Festplatte (kann natürlich auch mehr oder weniger als 10% sein!) wie folgt aufgebaut:

 / (root) die oberste Ebene des Dateisystems
/bin - Binärdateien - Ausführbare Dateien
/boot - Boot-Dateien
/dev - devices, Gerätedateien
/etc - Konfigurationseinstellungen
/home - Das Benutzerverzeichnis für eigene Dateien
/lib - Programm-Bibliotheken
/mnt - Ordner zum temporären Mounten
/opt - Hier wird meist zusätzliche Software installiert
/proc - Prozess-Verzeichnis
/root - Das Heimatverzeichnis des Superusers root (root unter Linux ist wie unter Windows der Administrator)
/sbin - System Binaries
/srv - Hier liegen (bei Suse) meist Server-Dateien (der Apache-htdocs-Ordner z.B.)
/tmp - Temp-Ordner
/usr - Unix-System-Resourcen
/var - Variable Inhalte (Mail, Druckaufträge...)

Da sich das ja auf den 10% der Platte abspielt kann man nun die restlichen 90% Speicherplatz hinschieben wo man sie braucht: Ob nach /home (damit die eigenen Daten nicht auf der System-Partition liegen) oder nach /boot um die Boot-Konfiguration Seperat zu haben - da sind dann keine Grenzen gesetzt. Was noch zu erwähnen bleibt, ist die sogenannte swap-Partition, was eigentlich nix anderes ist, als eine Partition für eine Auslagerungsdatei, falls der RAM mal nicht reichen sollte. Hat einige Vorteile, z.B. braucht man eine solche Partition nach einem System-Crash nicht zu überprüfen - warum auch? Wird ja eh wieder alles überschrieben :o) Was nun auch möglich ist, wäre ein Verschlüsseltes Dateisystem zu nutzen. Eine komplette Partition als Verschlüsselten Container quasi. Wie die Fesplatte partitioniert ist, kann man mit dem Befehl fdisk -l nachprüfen, welche Partition wohin gemountet ist mit dem Befehl df -h. Der Befehl fdisk -l sollte klar sein (-l für list), beim Befehl df -h steht das df für disk-filesystem, das -h für human readable, sonst bekommt man die Grössen-Angaben in Bytes... Was beim starten wo hin gemountet wird, kann man übrigens in der Datei /etc/fstab einsehen (bei verschlüsselten Partitionen unter /etc/cryptotab).

Beispiel:

linux:~ # df -h
Filesystem            Size  Used Avail Use% Mounted on
/dev/hda3             7.1G  3.6G  3.7G  50% /
/dev/hda1              16M    8M    8M  50% /boot
/dev/hda4              37G   32G  2.8G  93% /home
/dev/hdc1             100G   60G   40G  60% /backup
shmfs                 315M     0  315M   0% /dev/shm
linux:~ #



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