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Yast Online Update (YOU) Rückgängig machen



für SuSE 8.1 (SuSE 9.1 kommt weiter unten!!!)


Was ist ein YOU? Beim YOU werden von Suse die aktuellsten Sicherheits-Patches für Programme, Dienste und Kernel eingespielt. Dies ist generell gut, allerdings muss man einiges dabei beachten. Z.B. wird auf den 1&1-Root-Servern anschliessend ein neuer Kernel installiert, mit aktuellsten bugfixes, etc. Dieser wird allerdings erst nach einem reboot aktiv. So kann es sein, dass ein Funktionsuntüchtiger Kernel erstmal garnicht bemerkt wird, da nach dem YOU kein automatischer reboot erfolgt. Der Kernel - das Herz des Betriebssystems - enthät z.B. aktuellste Treiber für verschiedenste Geräte, darunter auch die Netzwerkkarte. Das Problem beim YOU besteht meistens darin, dass diese Netzwerkkarten-Treiber fehlen. Bootet man also den Server neu, so kann es passieren, dass der Server an sich startet, aber es den Anschein hat, als wäre er nicht erreichbar, da ja die Netzwerkkarte nicht mehr funktioniert. Dies kann man recht schnell feststellen, mittels dem Rescue-System.

Bootet man den Server im Rescue-System und mountet die Partitionen entsprechend, so kann man mit less /var/log/boot.msg | grep eth schnell feststellen, ob mit der Netzwerkkarte alles ok ist beim booten. Der Befehl "less" gibt den Inhalt einer Datei aus, "grep" sucht nach dem enthaltenen Begriff "eth", womit also aus der Datei /var/log/boot.msg nur die Zeile(n) mit Einträgen der Netzwerkkarte aufgelistet wird. (eth steht für ethernet). Des weiteren erkennt man dies auch im Ordner /boot. ist dort ein anderer Kernel als der Standart-Kernel verlinkt, so kann man davon ausgehen, dass ein solches Update erfolgt ist. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten, ein Update wieder rückgängig zu machen; man kann einfach wieder den alten Kernel zurückverlinken, oder die alten Netzwerkkartentreiber im neuen Kernel einbinden. Den alten Kernel zurücklinken geschieht mit dem befehl ln -sf /boot/vmlinuz-2.4.20 vmlinuz, wobei das "xx.xxxxxxx" durch die alte Kernel-Bezeichnung zu ersetzen ist. Die Treiber einbinden kann man in der Datei /etc/modules.conf, wobei man vorher mit dem Befehl lspci [-v] (das -v ist optional, und gibt die Infos etwas detailierter aus) die enthaltene Netzwerkkarte erkennen kann.

Feststellen, wie die Festplatte Partitioniert ist, kann man mit dem Befehl fdisk -l. Der listet alle Partitionen auf. Mit dem Befehl df -h kann man sich eventuell bereits gemountete Partitionen anzeigen lassen. Resettet man Windows, so führt Windows automatisch Scandisk aus. Linux macht das in der Regel auch, jedoch sollte man dies unbedingt manuell durchführen. Wichtig dabei ist jedoch, dass die entsprechenden Partitionen nicht vorher gemountet sind, da sonst sehr wahrscheinlich ein Datenverlust auftreten wird!!! Einen File-System-Check kann man mit dem Befehlt fsck -y /dev/hdax starten. Das "x" steht hierbei für die entsprechende Partition, welche geprüft werden soll (vorher mit fdisk -l nachschauen!). Das "-y" ist nix anderes, als die Option; alle Fehler mit "yes" automatisch zu bestätigen, ansonst darf man das immer manuell tippen, was unter Umständen verdammt lange dauern kann :o). Anschliessend mountet man die Partitionen in die entsprechenden Verzeichnisse. Beim Standart-Suse 8.1-Image ist die Partitionierung der Festplatte wie folgt angelegt:
/dev/hda1 -> /boot
/dev/hda2 -> swap
/dev/hda3 -> /
Die swap-Partition braucht man allerding nicht zu mounten oder auf Fehler zu überprüfen ;-). Die Befehle dazu lauten mount /dev/hda3 /mnt und mount /dev/hda1 /mnt/boot. Somit findet man im Ordner /mnt wieder den Inhalt seiner Festplatte vor. Anschliessend kann man sich auch auf seinem System einloggen: chroot /mnt. Dies hat zur Folge, dass man z.B. wieder YAST starten kann und eigene Lokale Befehle gehen. (Das Rescue-System ist ja Debian, trotzdem geht dann wieder YAST :o)) nun kann man den Kernel zurücklinken, oder z.B. seine Firewall-Konfiguration Rückgängig machen... Nach Abschluss exit eingeben, um den "chroot"-Modus zu verlassen. Wichtig: die Festplatten müssen manuell unmountet werden. Dies kann man einzel vornehmen mit umount /dev/hda1 und umount /dev/hda3 (in dieser Reihenfolge, da hda1 in das "/boot"-Verzeichnis auf hda3 gemountet wurde) oder um es schnell zu machen mit dem Befehl umount -a. -a wie all, was im Rescue-System kein Problem macht, da die SystemPartition, auf der man sich befindet ja in benutzung ist, und somit auch ein Fehler erscheint, dass diese nicht unmountet werden konnte. Ist sowieso auch nur die RAM-Disk. Anschliessend kann man den Server nun im "normalen" System neu starten und hoffen dass er wieder bootet. Bei suse 9.1 ist die Partitionierung etwas anders, aber die Vorgehensweise ist die gleiche.

Befehl Beschreibung
   
Arbeiten im Rescue-System
   
- System im Rescue-Modus Resetten.(Im Kundenmenü)
- Als Benutzer root mit Ursprünglichem Passwort einloggen
fdisk -l Tauchen hier nicht die Partitionen auf, ist entweder die Platte, das IDE-Kabel oder der Controller defekt
df -h Dringend zu empfehlen, falls noch jemand auf dem Server arbeitet, da ein fsck (nächster Schritt) auf ein bereits gemountetes Dateisystem Datenverlust zur Folge haben kann!!!
fsck -y /dev/hda1 Filesystemcheck auf Partition hda1
fsck -y /dev/hda3 Filesystemcheck auf Partition hda3
mount /dev/hda3 /mnt Partition hda3 (enthät /-Dateisystem) nach /mnt mounten
mount /dev/hda1 /mnt/boot Partition hda1 (enthät /boot-Dateisystem) nach /mnt/boot mounten
chroot /mnt Sich als root am dem gemounteten Dateisystem anmelden
   
Arbeiten am eigentlichen System
   
less /var/log/boot.msg | grep eth Anzeigen der Einträge der Netzwerkkarte im boot-Protokoll
cd /boot In den Ordner /boot wechseln
ls -alFh Auflisten des Inhalts
ln -sf vmlinuz-2.4.20 vmlinuz Kernel vmlinuz-2.4.20 zurück linken
exit Gemountetes Dateisystem verlassen
   
Arbeiten im Rescue-System
   
umount /dev/hda1 Gemountete Partition hda1 unmounten
umount /dev/hda3 Gemountete Partition hda3 unmounten
- System auf normalen Boot-Modus umstellen. Ohne RESET! (Im Kundenmenü)
init 6 Erst ausführen, nachdem die Änderung des Boot-Modus in das normale System durch ist!


PS: Ich schaffe das ganze in ca. 6-8 Minuten ;o)



Yast Online Update (YOU) Rückgängig machen für SuSE 9.0 / 9.1 (SuSE 8.1 ist weiter oben :o))


YOU-Probleme gibt es ab Suse 9 keine grösseren mehr. Wichtig ist hier nur zu wissen, wo man im Notfall welche Partition wohin mounten muss, und wo ein fsck durchgeführt werden sollte:

fsck -y /dev/hda1 Ein fsck ist hier nur noch nötig bei der hda1
xfs_repair /dev/hda2 Bei den Anderen Partitionen (hda2, hda5, hda6, hda7) empfiehlt sich xfs_repair
mount /dev/hda1 /mnt Mounten des /-Directorys
mount /dev/hda5 /mnt/usr Mounten des /usr-Directorys
mount /dev/hda6 /mnt/var Mounten des /var-Directorys
mount /dev/hda7 /mnt/home Mounten des /home-Directorys



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